Wie steht es um die Zukunft unserer Realschule?
Seit geraumer Zeit spielt die Gemeinde Aldenhoven mit dem Gedanken, aus unserer Realschule und der hiesigen Hauptschule eine "Gemeinschaftsschule" zu machen. Wenn diese neue Schulform auch mit dem Begriff "Sekundarschule" einen neuen Namen bekommen hat, ist das Ziei doch geblieben, aufgrund der zurückgehenden Schülerzahlen vor allem im Hauptschulbereich eine Schule zu schaffen, in der SchülerInnen beider Schularten von Klasse 5 - 10 gemeinsam lernen. Zudem hat die "Hauptschule" laut Beschluss unserer Landesregierung keine Bestandsgarantie mehr. Daher ist es vielleicht wichtig, die weitere Entwicklung, die einschneidende Veränderungen für unsere Schule bedeutet (Ende der Realschule) zu verfolgen.
Nachfolgend der Bericht der Jülicher Zeitung vom 17.9.2011:
Aldenhoven meldet Interesse am Modellversuch an
Die Einrichtung einer Sekundarschule für die Klassen 1 bis 10 ist ab dem Schuljahr 2013/14 möglich. CDU stimmt dagegen.
VON ANTONIUS WOLTERS (Jülicher Zeitung, Sa. 17.9.11)
Seit Ausrufen des so genannten Schulfriedens in Nordrhein-Westfalen hat die Schulpolitik im Land ruhigeres Fahrwasser erreicht, wie der jüngste Konsens zwischen der rot-grünen Regierung und CDU-Opposition in Düsseldorf deutlich machen.
Neue Gesetze sind zwar noch nicht gemeinsam beschlossen, doch in der jüngsten Sitzung des Aldenhovener Gemeinderates spielten die gemeinsamen Absichtserklärungen zu künftigen Schulformen eine tragende Rolle. Von einem Schulfrieden ist das Kommunalparlament indes noch weit entfernt, denn unvermindert prallten die unterschiedlichen Auffassungen über die Schulentwicklung in der Merzbachgemeinde aufeinander.
Bürgermeister Lothar Tertel informierte den Rat zunächst in groben Zügen über den Stand der Dinge. So zeichnet sich für die Einrichtung einer Sekundarschule in Aldenhoven ein regionaler Konsens ab, denn von den Nachbarkommunen haben weder Eschweiler noch Alsdorf Einwände gegen die Pläne der Gemeinde erhoben. Die übrigen Nachbarn, deren Frist für Einwände gesten endete, hatten sich bislang nicht gerührt, so dass Tertel davon ausgeht, dass der regionale Konsens in Sachen Einrichtung der Sekundarschule in Aldenhoven besteht.
Während die Einrichtung dieser Schulform mit den Klassen 5 bis 10 nach bisherigem Stand bereits zum Schuljahr 2012/13 erfolgen kann, zitierte Tertel aus einer Übergangsvorschrift, wonach eine Sekundarschule mit den Klassen 1 bis 10 als Modellversuch ab dem Schuljahr 2013/14 in bis zu 15 Schulen möglich ist.
Damit die Gemeinde Aldenhoven, die genau diesen Ansatz als Alternative ins Auge gefasst hat, dies auch offiziell tut, sei die Abgabe einer entsprechenden Interessenbekundung notwendig, die am besten per Ratsbeschluss erfolge.
„Wir sollten uns die Chance, am Modellversuch teilzunehmen, nicht verbauen", sprach sich FWGFraktionschef Dieter Froning für die Interessenbekundung aus, nachdem man schon mit dem Land im Gespräch gewesen sei. Die endgültige Entscheidung könnte schließlich noch später erfolgen.
Für die CDU-Fraktion äußerte Reinhard Paffen starke Vorbehalte gegen solch eine Interessenbekundung. So sei fraglich, welche und wieviele Grundschulen in solch einen Modellversuch eingebunden wären. Weitere unbekannte Punkte führte Wolfgang Klems ins Feld, der nach dem Elternwillen fragte, der ebenfalls in diesem Verfahren gefragt sei und offenbar bei den Betroffenen noch gar nicht ermittelt worden sei.
Nachdem noch geklärt worden war, dass bei einer Sekundarschule jederzeit ein Wechsel - beispielsweise zum Gymnasium - möglich sein müsse, stimmte der Gemeinderat darüber ab, ob die Gemeinde eine Interessenbekundung abgeben soll: Während CDU und UsA dagegen stimmten, sprach sich die Mehrheit aus SPD, FWG und FDP dafür aus, Interesse am Modellversuch anzumelden.
Für 12 Jahre Schulfrieden in NRW?
Für 12 Jahre Schulfrieden in NRW mit der neuen Schulform Sekundarschule ?
CDU und die rot-grüne Regierung haben sich nach jahrelangem Streit am 19.7.2011 auf ein neues Schulsystem geeinigt. Wesentlicher Punkt ist die Einführung der Sekundarschule als neue Schulform. Sie ist der Kompromiss aus der neu gegründeten Gemeinschaftsschule der rot-grünen Koalition und der von der früheren schwarz-gelben Koalition favorisierten Verbundschule. Diese neue Schulform soll folgende Merkmale haben:
- Als Schule der Sekundarstufe I umfasst sie die Jahrgänge 5 bis 10.
- Sie ist mindestens dreizügig. Horizontale Teilstandortbildungen sind möglich. Bei vertikalen Lösungen kann der Teilstandort einer mindestens dreizügigen Stammschule zweizügig geführt werden, wenn damit das letzte weiterführende Schulangebot einer Gemeinde gesichert wird. Weitere Ausnahmen bei vertikalen Lösungen sind in begründeten Einzelfällen möglich, wenn das fachliche Angebot und die Qualitätsstandards nicht eingeschränkt werden.
- Der — in der Regel 9-jährige — Bildungsgang zum Abitur wird durch verbindliche Kooperation/en mit der gymnasialen Oberstufe eines Gymnasiums, einer Gesamtschule oder eines Berufskollegs gesichert. Wenn der Bedarf für eine mindestens vierzügige integrierte Schule mit einer eigenen gymnasialen Oberstufe besteht, ist eine Gesamtschule zu gründen, für deren Errichtungsgröße der Wert 25 Kinder pro Klasse gilt.
- Die Sekundarschule bereitet Schülerinnen und Schüler sowohl auf die berufliche Ausbildung als auch auf die Hochschulreife vor. Die neu zu entwickelnden Lehrpläne orientieren sich an denen der Gesamtschule und der Realschule. Dadurch werden auch gymnasiale Standards gesichert.
- In den Jahrgängen 5 und 6 wird gemeinschaftlich und differenzierend zusammen gelernt, um der Vielfalt der Talente und Begabungen der Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden.
- Ab dem 7. Jahrgang kann der Unterricht auf der Grundlage des Beschlusses des Schulträgers unter enger Beteiligung der Schulkonferenz integriert, teilintegriert oder in mindestens zwei getrennten Bildungsgängen (kooperativ) erfolgen.
- Die zweite Fremdsprache im 6. Jahrgang wird fakultativ angeboten; ein weiteres Angebot einer zweiten Fremdsprache ab Jahrgang 8 sichert die Anschlussfähigkeit für das Abitur.
- Der Klassenfrequenzrichtwert beträgt 25.
- Die Lehrkräfte unterrichten 25,5 Lehrerwochenstunden.
- Die Sekundarschule wird in der Regel als Ganztagsschule geführt, und zwar mit einem Zuschlag von 20 Prozent.

