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Besuch aus dem Landtag

Am 08.11.2010 besuchte der Landtagsabgeordnete Josef Wirtz (CDU) unsere Realschule.
Eine gute Stunde stand Herr Wirtz zunächst den Schülerinnen und Schülern der Klassen 10 Rede und Antwort.
Ruhig, sachlich und kompetent, so stellte er sich den Fragen der Zehntklässler zu brennenden Tagesthemen. Und er blieb ihnen keine Antwort schuldig. Die Fragen an den MdL waren vorher im Politikunterricht von den Fachlehrern Martina Herten, Nicole DeBus und Florian Grünewald erarbeitet worden und auf einer Kartonwand befestigt worden. Die folgenden Themen wurden diskutiert:

  • Wir sind die Zukunft. Was erben wir?
  • Atomkraft hat keine Zukunft - Warum Verlängerung der Laufzeiten?
  • Atom verursacht gefährlichen Müll - wo soll der hin?
  • Wir erben so viel Schulden - Wie kann unsere Generation diese zurückzahlen?
  • Warum ist meine Gemeinde arm?
  • Wir sind die Zukunft. Warum wird in uns nicht mehr investiert?
  • Ich fühle mich integriert und wohl in Deutschland - aber nicht gefördert.
  • Warum streben Lebenswelten auseinander - arm/reich - Jung/alt - Ausländer/Inländer

Die Einstiegsfragen waren mehr persönlicher Natur:
- Wie sind Sie in die Politik gekommen?
- Was verdienen Sie?
Freimütig nahm Josef Wirtz dazu Stellung und wies darauf hin, welchen langen Tag ein Politiker hat, der seine Aufgaben ernst nimmt. Auch die Finanzverteilung zwischen Bund, Ländern und Gemeinden war für die Jugendlichen interessant. Die Problematik der parlamentarischen Demokratie am Beispiel der rot-grünen Minderheitsregierung in NRW wurde ebenfalls beleuchtet.
Einen breiten Raum nahm das aktuelle Thema "Laufzeitverlängerung" ein. Hierbei räumte Wirtz ein, dass die Suche nach einem geeigneten Endlager in der Vergangenheit nicht intensiv genug gewesen sei. 2001 sei die Suche danach ausgeblendet worden. Zwischenlager seien nur unbefriedigende Lösungen. Die derzeitigen Demos gegen die Castor-Transporte mit der Laufzeitverlängerung zu begründen, sei abwegig. Der transportierte Atommüll sei in früheren Zeiten entstanden.

Erneuerbare Energien

Wirtz bejahte den Umstieg auf erneuerbare Energien. Das Ziel sei eine Deckung zu 80 Prozent bis 2050. Bis dahin seien die Kernenergie und die Kohlekraft als Brückentechnologien unverzichtbar. Der Energiewirtschaft werden für die Verlängerung erhebliche Summen abverlangt, die ausnahmslos in die Sicherheit und die Förderung neuer Technologien gesteckt werden.
Den Schülern war die riesige Verschuldung nicht geheuer. Hierzu Wirtz: "Es darf nicht sein, dass die jetzige Generation auf Pump lebt und die Nachfolger das auszubaden haben." Das Land habe ab 2008 die Nettoneuverschuldung von Jahr zu Jahr senken wollen. Die Wirtschaftskrise habe dies jedoch verhindert.

Steigende Steuereinnahmen

Zur Ankurbelung der Wirtschaft habe man sich erneut verschulden müssen. Er plädierte dafür, das Steuermehraufkommen von 400 Millionen in diesem Jahr für den Schuldenabbau einzusetzen.
Die deutliche Reduzierung der Arbeitslosenzahlen trage zudem zu einem erfreulichen Anstieg der Steuereinnahmen bei. Im Zuge der Diskussion über die Sozialsysteme erwähnte Wirtz den demografischen Wandel mit der Folge, dass zukünftig ein Arbeitender zwei Ruheständler zu versorgen habe und zum anderen, dass sich ein Fachkräftemangel abzeichne.
Sein letztes Wort an die zukünftigen Schulabsolventen: "Strengt Euch an, wir brauchen Euch!" Für den Gast gab es am Ende großen Beifall.

Schulleiter Gehring und Herr Wirtz

Im Anschluss an die Veranstaltung mit unseren 10ten Klassen traf sich Herr Wirtz mit den Kolleginnen und Kollegen im Lehrerzimmer.

Das Gespräch wurde in erster Linie bestimmt durch die Sorge, dass aufgrund der rückgängigen Schülerzahlen und der ideologisch geführten Schulpolitik der neuen Landesregierung, gut geführte bestehende Schulen, wie unsere Realschule, hochgradig gefährdet sind. Herr Wirtz betonte, dass es eine Schande wäre, wenn Schulen mit einem guten Ruf wie die Aldenhovener Haupt- und Realschule in ihrem Bestand bedroht wären.

Das Ziel der CDU ist es, in der nächsten Zeit intelligente Kooperationskonzepte zu entwickeln, um drohenden Schulschließungen entgegenzuwirken und eine Minderung der Bildungsqualität durch Einheitsschulen zu verhindern. Auch der Forderung nach zusätzlichen Gesamtschulen im Kreis Düren, die bestehende Schulen massiv gefährden würden, könnte man durch eine "Qualitätsverbundschule" begegnen.